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I. Weltkrieg

Am 01.08.1914 wurde von seiner Majestät dem Deutschen Kaiser die Mobilmachung über das ganze deutsche Vaterland erklärt. Diese bereitete unter den Nasgenstadter Einwohnern starke Aufregung die jedoch von den Gestellungspflichtigen mit Ruhe entgegengenommen wurde. Die Reserve wurde noch im gleichen Monat eingezogen. In den Mobilmachungstagen wurden in Nasgenstadt sechs Pferde abgenommen. An Naturalien fünf Obstkörbe, sieben Zentner Speisekartoffel, zwei Sack Kraut, eine Partie Gemüse und 465 Eier.

Eiseners Kreuz II. Klasse erdienten sich die Nasgenstadter Anton Freudenreich, Eugen Ströbele, Josef Ströbele, Hauptlehrer Schmid und Engelbert Frankenhauser. Einseres Kreuz I. und II. Klasse Karl Kräutle und Desiderius Ersing.

Am 09.11.1918 wurde der Waffenstillstand des Weltkrieges erklärt. Es erfolgte sofort die Demobilmachung und die deutschen Heeresmassen mussten innerhalb 14 Tagen den Rhein überschritten haben; ansonsten gerieten sie in Kriegesgefangenschaft. Die Kriegsgefangenen kehrten erst Ende des Jahres 1919 nach Nasgenstadt zurück. Johannes Ströbele, Franz Xaver Knaisch jun., August Kräutle, Eugen Ströbele und August Fritzenwenger erzählten von ihrem besonders schweren Los in Frankreich und wünschten sich lieber den Tod als noch einmal eine solche Gefangenschaft durchzumachen.

Während des Krieges wurde die Donaubrücke durch Wache der Ortangehörigen abwechselnd bewacht, ja sogar der Ortsgeistliche Pfarrer Gaus übernahm über die Ernte 1915 öfters Posten während die Landwirte die Ernte einbringen mussten.

Mit Hilfe von acht russischen Gefangenen, welche bei größeren Landwirtschaften mit Zufriedenheit arbeiteten, wurden die landwirtschaftlichen Geschäfte besorgt. Untergebracht waren sie im Wachlokal des Alois Wörz das in der heutigen Ufergasse stand. Das Verhalten der Gefangenen war anständig und ordentlich sie waren stets recht fleißig, treu und willig und unterhielten sich in der Baracke meistens mit Kartenspiel, Musik und Holzschnitzereien. Sie wurden mit Wehmut und Trauer 1919 in ihre Heimat entlassen.

Ihre Heimat nie wieder sahen: Severin Frankenhauser, Martin Schmid, Franz Xaver Maier, Kuno Braig vom Ernsthof, Josef Ströbele, Johannes Kräutle, Eugen und Franz Heudorfer sowie der vermisste Johannes Götz.

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges waren sehr darniederliegend. Steuern und Abgaben mehrten sich von Jahr zu Jahr. Am 22.11.1922 kosteten 1 Pfund Butter 1.050 Mark und Schuhe bis zu 1.800 Mark. Bereits ein Jahr später kostete ein Liter Bier 400 Mrd Mark, 1 Pfund Butter 3 Billionen Mark und Schuhe 15 Billionen.